
Kollektiv für

KunstGeSchichten

DER SCHLÄGER KARL SCHAUT IN DIE FREISINGER UNTERWELT – der BRANDNER KASPER lässt grüßen
von Thomas Goerge und Richard Lorenz
Das Theaterprojekt ist eine interdisziplinäre Spurensuche nach skurrilen, verlorenen und seltsamen Geschichten
für Hunde, Menschen aus Freising und allen übrigen Erdteilen.
von udei e.V. im Marstall des Landratsamts Freising
mit freundlicher Unterstützung des Landkreis Freising Heimatpflege und Kultur
und der Sparkassenstiftung Freising Moosburg
mit Kindern, Amateuren und Profis
Musik von Wüdschodn aus Lauffen im Salzkammergut
Dramaturgie Uwe Gössel
Der Freisinger Schriftsteller und Journalist Richard Lorenz recherchiert seit Jahren über schillernde, außergewöhnliche historische Persönlichkeiten, Lebewesen und Dinge aus Freising, die längst in Vergessenheit geraten sind.
Informationen aus diesen Parallelwelten – an Skurrilem, Verlorenem und Abseitigem – bilden die Basis für das aktuelle Theaterprojekt.
Im Mai 2026 brachte der udei e.V. seine Version des „Doktor Faustus“ frei nach Thomas Mann im Marstall auf die Bühne.
DER SCHLÄGER KARL SCHAUT IN DIE FREISINGER UNTERWELT kann als Gegenstück und Fortsetzung von „Doktor Faustus“ gelesen werden und rückt die Figur des Hausmeisters von Doktor Faust in den Fokus der bei uns der Freisinger Dichter Schläger Karl war.
Wie bei einem Palimpsest, bei dem Vergangenheit und Gegenwart sich überlagern und miteinander in Beziehung stehen, überschreibt das von Thomas Goerge und Richard Lorenz neu geschriebene Theaterstück, die „Gschicht vom Brandner Kasper“ von Franz von Kobell mit der Lebensgeschichte des Freisinger Künstlers Schläger Karl.
Der Schläger Karl war Freisinger Schlosser, Musiker und Strassenpoet. Sein Werk wurde nie veröffentlicht oder geehrt. Dennoch ist er fester Bestandteil unsere Kindheitserinnerungen. Immer war er in der Stadt mit Rad und Hund unterwegs, rezitierte laut seine Texte, sang und verteilte Kopien mit seinen Gedichten. Irgendwann verschwand er spurlos. Angeblich lebte und starb er auf Hawaii, Grand Canaria oder in Paris.
Die „Gschicht vom Brander Kaspar“ von Franz von Kobell über den bayrischen Schlosser Kaspar Brander der beim Kartenspielen den Tod mit Schnaps überlistet und so 25 Jahre mehr Leben gewinnt, wurde mehrfach verfilmt und für das Theater adaptiert. Die erste Bühnenadaption verfasste der Schriftsteller Joseph Maria Lutz der zeitgleich mit Viktor Mann in Freising an der Universität Weihenstephan Agrarwissenschaften studierte. Viktor Manns Bruder, Nobelpreisträger Thomas Mann schätzte Lutzs literarische Arbeit, was durch Briefe belegt ist.
In unsere Variante vom „Brander Kasper“ steht der Poet und Musiker Schläger Karl, im Zentrum.
Wie Faust mit dem Teufel, schließt er mit dem Tod einen Vertrag über 25 Jahre – aber nicht aus Hybris, sondern aus Lebenslust.
Karl überlistet den Tod, doch der Betrug wird in der Unterwelt aufgedeckt. Aber Vertrag ist Vertrag. Der Tod bietet Karl an, für eine Stunde in die Freisinger Unterwelt zu schauen dann kann er entscheiden ob er zurück auf die Erde will.
Der Tod wird zum Reiseführer ins Jenseits, das hier als Archiv des Skurrilem, Seltsamen und Verlorenem aus Freising erscheint.
Karl begegnet in der Unterwelt der bärtigen Heiligen Wilgefortis, Jo Mihaly, der Elefantenkuh Mira, dem Fakir Tom Pirle, dem Krokodil vom Freisinger Krankenhaus u.v.a alles vergessenen Freisinger Sonderlingen, Originalen und Randfiguren – Stimmen, die nie Teil der großen Archive geworden sind.
Das Theaterstück handelt vom uralten Traum des Menschen „Wie erreiche ich ewiges Leben“, der sich Anfang des 21. Jahrhunderts zu den größten Investitionsfeldern für Tech-Milliardäre entwickelt hat. Die theatrale Spurensuche stellt in einer Zeit von immer mehr KI kontrollierten Archiven die Frage: Wer entscheidet, was bewahrt wird? Wer verschwindet aus digitalen Speichern? Hat jedes Leben ein Recht auf Erinnerung?
AUFFÜHRUNGEN
Fr 20. November 2026 {19:30 Uhr}
Sa 21. November 2026 {19:30 Uhr}
So 22. November 2026 {11:00 Uhr}
Eintritt Aufführung
Erwachsene: 20 €
ermäßigt: 15 €
Karten unter hier
Restkarten an der Kasse
Der Saal ist barrierefrei erreichbar.
Landratsamt Freising
Marstall
Landshuter Str. 31
85356 Freising
